Filz und Reservierungen
geschrieben am: Monday, 18. May 2009, 14.46 Uhr
Zurück aus dem Süden, zurück aus dem Freistaat, in dem es nicht erlaubt ist, in Biergärten Gitarre zu spielen. Einige andere Dinge sind dort ebenfalls nicht erlaubt und eine Kommunion ist kein Anlass, um in einer Kirche in Freudentänze auszubrechen, es ist eine ernste und langweilige Angelegenheit. Ein grundsätzliches Problem der deutschen Religion, bei der Begeisterung ja vom Ernst verscheucht wird, rhythmisches Klatschen konträr zur demütigen Andacht steht. Aber ich will das nichts schlecht machen, was nicht gut ist, sondern mich einfach nur mit der kleinen Nichtelfee freuen. Ein guter Tag, ein köstliches Essen, ein warmer Biergarten mit einem vorbildlichen Geschäftsführer, tolle Fotos an einer Stromschnelle - oder was auch immer das gewesen ist. Dazu noch eine Filztasche mit einem Filzball, bergeweise Sushi und eine Bahnfahrt mit Klischees, Krebs und einer Sitzplatzreservierung, die ich fehlerhaft interpretieren wollte, um nicht am Gang zu sitzen. Interpretationen waren ohnehin nie meine Stärke, am Gang zu sitzen auch nicht und wer in Hannover zusteigt, der hat sicht dorthin zu setzen, wo noch etwas frei ist. Das Leben kann ganz einfach sein, insbesondere für jemanden, der nur eine halbe Stunde reist, während ich schließlich insgesamt 420 Minuten in Fahrtrichtung sitzend mit dem Ordnen von Worten und Sätzen beschäftigt war. Weltbewegendes, kein Urlaub. Großartige Ideen habe ich gesammelt, was will ich noch mehr? Äh, da gibt es noch ein paar Kleinigkeiten. Wie auch immer.
Schon wieder ein neuer Text, die Poetry-Slams tun der Produktivität gut, das macht ebenso viel Spaß wie Sinn. Gewinnen bleibt weiterhin tertiär, alles andere klappt ja prima. Und zwischenzeitliche Erfolge leugne ich weiterhin ganz einfach beharrlich.
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