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Geschichten und Gedanken




Krefeld rockt!
geschrieben am: Monday, 01. June 2009, 11.01 Uhr

Das Tagebuch

Was für ein populistischer Titel. Genau genommen ist das auch ungerecht formuliert, so etwas sagt oder schreibt sich leichter, wenn man mit einem Pokal aus Papier und entsprechendem Inhalt im Tiefflug den Heimweg antritt. Trotzdem: Krefeld rockt! Und ich überlege gerade, ob ich im Tagebuch schon einmal das Ausrufungszeichen in einem Titel benutzt habe. Egal, Krefeld hat es verdient, es war dort nicht nur wirklich schrecklich angenehm, es gab dort nicht nur ein kritisches und durchweg freundliches Publikum, dass keine regionalen Unterschiede machte und Hamburger diskriminierte, es gab interessante und gewaltige Beiträge am Mikrofon. Die Atmosphäre war zunächst etwas kühl, wurde aber im Verlauf des späteren Abends wie auch die komplette Luft im Jules Papp sehr warm - ich habe ganz sicher wieder ein paar Millimeter abgenommen. Außerdem hatte Moderatorin Hatice wie vorab zugesichert mitunter den Strahl der Zeit falsch berechnet und kleidete sich mit liebenswerten verbalen Aussetzern, die den Abend vollends abrundeten. Viel mehr Spaß gibt es in der Hansestadt dann auch nicht, das lässt am Ende nur den einen Schluss zu: Krefeld rockt! Und ich mittendrin, mit zu wenig Texten und viel Improvisation. Beim nächsten Mal bereite ich mich besser vor und scheide dann in der ersten Runde aus. Danke Krefeld, bis zum Herbst.

 

Wo war ich? In Krefeld? Nein, in Gedanken. Und es war wunderbar, die Rückfahrt war ein Feiertag im Kopf, es brandeten Ideen an die Klippen meiner Hirnrinde, ich konnte es auch kaum fassen. Wie auch, bei dem Tempo kann ich weder schreiben noch einen Wagen lenken - es ist gut, wenn es dabei vorwiegend geradeaus geht. Die langatmigen Baustellen waren jedoch der Pesthauch des Todes und ich frage mich, warum ich immer noch so penibel die Geschwindigkeitsbeschränkungen einhalte, wenn doch zu nachtschlafender Zeit niemand gckt oder kontrolliert. Der Schlussakkord aufd er A1 hätte mich dann fast noch Nerven gekostet, mit 60 Kilometern pro Stunde hätte ich den Rest auch beinahe zu Fuß erledigen können, statt mit der Coralle im Ohr über den Asphalt zu gleiten. Na, beim nächsten mal nehme ich meine Laufschuhe mit und lasse den Wagen einfach stehen. Wer alle fünf Kilometer eine 6000 Meter lange Baustelle einrichtet, muss mit solchen Kleinigkeiten rechnen.

 

Zum ersten Mal seit vielen Tagen: Grüße. An Krefeld und die Besatzung des Jules Papp, an Alexander Bach, Andi Substanz, Anke Fuchs, Bernd, Cornelius, Dirk, Sushi und die bezaubernde Hatice. An die Autobahnraser, mit etwas Verspätung auch an die Lumpenpuppe und die Feuerbrüder, an Marque-Renier und an den Jörch - das sollte es für heute gewesen sein. Es reicht. Ich bin dann unter Deck.

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