Es gibt Dinge, die sind untrennbar miteinander verbunden. Wer nicht landet, kann auch nicht abheben, wer nicht abstürzt, kann auch nicht alles zusammenbauen. Ohne unten zu sein, kann ich mir nicht Mühe geben, nach oben zu kommen. Müde bin ich. Dem dunklen Gast sind alle Türen geöffnet, aber ich wehre mich. Ich lasse mich nicht besiegen, ich einige mich nicht einmal auf Unentschieden, ich bleibe hier stehen und lasse mir den rauhen Wind um die Nase wehen. Da sollen sie alle kommen und mir Dinge nehmen, die ich gar nicht will und die weder von Wert noch von Bedeutung sind, das, was wirklich wichtig ist, erreichen sie doch nicht, weil es in mir liegt. Dort, wo es hingehört. Und in diesen Momenten, in denen es ernst und bedenklich wird, kann mir niemand helfen. Alle haben Urlaub von den Gedanken, alle sind unterweg und beschäftigt, doch da ich das weiß, kümmert es mich nicht, es überrascht mich eben auch nicht. Und ich weiß auch, dass ich für meine Situation selbst verantwortlich bin. Ich hätte schließlich auch Datenverarbeitungskaufmann werden können. Oder Pilot. Oder irgendetwas mit Tieren. Aber nein, ich wollte die Kunst zur Frau und mit ihr leben, sie lieben und mit ihr untergehen. Dazu stehe ich. Punktum. Ein Leben für die Liebe, das ist schon in Ordnung. Ich bin ein Mann des Wortes, nicht der Zahl - aber vielleicht, vielleicht passt das irgendwann zusammen, vielleicht gibt es irgendwan eine friedliche Koexistenz. Bis dahin beiße ich die Zähne zusammen und hoffe, dass meine Zunge nicht dazwischen steckt. Und je länger ich schreibe, desto mehr Energie staut sich auf, desto wütender werde ich auf mich selbst, weil ich hier sitze und mich in Dinge suhle, die in den emotionalen Ausguss gehören. Weg damit. Aufstehen. Und aus dem Haus gehen. Dinge erledigen, die Angst machen, aber keine Macht haben. Das werde ich tun. Und dann werde ich mal sehen, wo der Tag landet, wenn ich ihn im Genick packe und schüttele. Ich lasse das nicht mit mir machen, ich lasse mich nicht so behandeln, vor allen Dingen nicht von mir selbst.
Ach ja, und im Molotow war es großartig, der neue Text ist prima - wenn ich ihn denn auswendig vortrage, ohne dann einen Hänger zu haben, der länger als der gesamte Text ist. Lustig war es, wirklich. Und Marque-Regnier hat vollkommen verdient den Sieg eingestrichen, ich freute mich zudem für Sara Kritzler, die hinter Thomas Langkau auf Platz zwei landete - ein feiner Abend in meinem Lieblingskeller. Im kommenden Monat bin ich wieder da, klar.
Grüße. An die Unendlichkeit, ohne die gar nichts geht, weil sie da ist. An Marque-Regnier, an Thomas Langkau, an Sara Kritzler und an Britta und an das Molotow und an die Stille zwischen den Absätzen. Pah.
...und irgendwann kommen sie und holen mich ab. |
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Es ist an der Zeit, die Wahrheit zu sagen, nichts zu verschweigen.“Die Wahrheit”, sagt mein Bruder, “die Wahrheit ist die beste Lüge, denn niemand wird dir glauben.” Niemand wird mir glauben, davon bin ich überzeugt, aber ich habe mir sein jenem Abend selbst versprochen, nur noch die Wahrheit zu sagen. Nichts anderes als die Wahrheit, auch wenn mir kein Gott helfen kann. (aus "Feuerbrüder")
Feuerbrüder - 30 Geschichten um und über das Leben, über die Liebe und über das, was wir nicht sagen, wenn wir etwas sagen. Einfühlsame Momente gemischt mit Brutalität, die jeder kennt, der das Leben kennt. Emotionale Szenen gepaart mit den Gedanken über Engel, Teufel und das Göttliche.
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Und Vorfreude auf nächsten Freitag.